Die Angst vor der Angst

Im Editorial zum heutigen Böbla (leider nicht online) schreibt Torsten Casimir:

“Natürlich entbieten Veranstaltungenw ie die Cebit Grüße aus der Zukunft. Aber die Beruhigung, diese Zukunft könnte noch ferne liegen, hat sich erledigt.” (Böbla 10/2010, S. 3)

Ganz ehrlich: Wäre ich in dieser Situation, hätte ich mehr Angst vor meiner Angst vor der Zukunft, als vor der Zukunft selber. Denn irgendwie deutet das darauf hin, dass eine Branche feststellt, dass sie ihre Existenz auf Treibsand gebaut hat – und sich nun beim Versickern zusieht. Ich halte das für alles andere als unausweichlich. Nur müsste man vielleicht mal seine Angst überwinden …

Masters of Horror, Season 2

Wir machen weiter mit der Review der Serie Masters of Horror, nun Staffel 2.

  • #15 “Family“: Dass es sich um ein Mirrormatch handelt, wurde mir schnell klar, auf die eigentliche Lösung kam ich aber nicht bis zur Auflösung. Jeder hat “dark secrets”.
  • #19 “Pelts“: Sehr, sehr drastische Gewalt. Und akustisch sehr gut untermalt.
  • #20 “The Screwfly Solution“: Warum man die Männer zuerst ausrotten sollte … eine Geschichte, die ihren Horror aus der kombination von Ungerechtigkeit und Realitätsgehalt gewinnt.
  • #21 “Valerie on the Stairs“: Nach einer Story von Clive Barker – über Elternmord von fiktiven Figuren und die Fiktionalität realer Personen. Mit einem tragischen Ende, ob fiktional oder real.
  • #24 “The Black Cat“: Herrlich viktorianische Gaslicht-Stimmung, aber mit einigen Längen. Trotzdem: Ein Muss für Poe-Fans.
  • #25 “The Washingtonians“: Warum sollte man vor G.W. keine Angst haben? Visuell sehr eindrucksvoll!

“Vom Nutzen der Schwermut”

Eine mögliche Erklärung wäre, dass die Depression doch irgendeinen geheimen Zweck erfüllt; in diesem Fall würden medizinische Eingriffe die Sache nur noch schlimmer machen. Ähnlich wie Fieber dazu dient, einen Infekt zu bekämpfen, könnte die Depression eine belastende, aber insgesamt hilfreiche Reaktion auf traumatische Belastungen sein. Vielleicht hatte Darwin recht: Wir leiden, sogar schrecklich, aber wenigstens nicht vergebens.

Die FAZ räsonniert über die Depression. Ich halte die Sichtweise für zu individualistisch, ich glaube nach wie vor, dass es sich bei der Depression um eine sziale Krankheit handelt, die auch evolutionär nur als kollektiv-gesellschaftliches Phänomen zu verstehen und zu erklären ist. Auchd ie ganzen Geniekult-Zitate schlagen in diese Kerbe und verfehlen damit m.E. das Ziel. Die Depression mag auch individuelle Vorteile bieten, ihre eigentliche Aufgabe ist aber nach meiner Ansicht eher, Kollektive dazu zu zwingen, ihre Handlungsweisen zu überdenken bzw. zu beeinflussen.

Religiöser Holz-Spam aus Österreich

Heute erreichte mich per Eilpost (!) aus Österreich ein Brief. Da die wenigen österreichischen Bekannten, die ich habe, eher per Mail Kontakt aufnehmen, wunderte mich das doch erheblich. Wollte mir der österreichische Geheimdienst etwas sagen (und gibt es sowas überhaupt)? Noch verwunderter war ich, als ich den Inhalt besah: Religiöse Erbauungsliteratur und Missionsschriften (natürlich christlich). Frau Mag. (Magister?) Eva Michalke-Gantioler scheint viel derartige “Literatur” zu versenden, insbesondere “kostenlose urchristliche Literatur”. Meine Hypothese: Die Frau hat einen religionskritischen Beitrag hier in den Seitenhieben gelesen und sich gedacht, eine Seele retten zu müssen. Hat irgendjemand sonst ähnliche Erfahrungen gemacht?

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Der Munchkin-Kultist

Hier handelt es sich um eine weitgehend sinnfreie Geschichte. Munchkin ist ja bekanntlich ein Spiel, das RPG-Mechaniken von dämlichem Rollenspiel und Plot befreit und in dem man sich als Powergamer wunderbar wohlfühlt. Nun: Wie das so ist, halte ich mich nicht an diese Auflagen. Also versuchte ich, das Unmögliche möglich zu machen: Einen realistischen Kultisten-Charakter zu bauen.

Zum Setting: Wir spielten ein schneller, episches Spiel.

Die erste Hürde: Wir spielten mit zig Erweiterungen, u.a. den ersten drei normalen Kartensets, Munchkin Fu, Super Munchkin, Munchkin beißt!, … im Mixer etc. Das machte es erheblich schwerer, sinnvoll an Munchkin Cthulhu-Karten zu kommen, die für einen Kultisten ja essenziell sind.

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Ein Ratgeber für alle Lebenslagen

Ich habe neulich mal wieder mein Exemplar dieses Buches rausgeholt:

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Zufällig berichtete am 4. März auch burks darüber. Koinzidenzen … Aktuell bin ich mal wieder bei Ensel & Krete angelangt, mit den mythenmetz’schen Abschweifungen und den kleinen Seitenhieben (Schillers Apfel wird zur Geruchs-Kakophonie aus 1001 Schubladen).

Günther Scheu gestorben

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Nicht mehr ganz taufrisch, aber ich komme erst jetzt dazu, etwas zu schreiben: Günther Scheu, ehemaliger Lehrer des Pirckheimer Gymnasiums in Biologie und Chemie, ist gestorben. Auch wenn ich mit beiden Fächern nie viel anfangen konnte, habe ich den Unterricht bei ihm gerne besucht.

Auf der Website findet man natürlich nichts, dafür aber den Hinweis, dass man gegen rechts ist.

Teaching Magic

Ich stolperte irgendwann einmal über einen recht guten Artikel zu dem Thema, wie man Leute an Magic heranführt. Leider sind mir der Link und die Kenntnis des Textes mittlerweile soweit abhanden gekommen, dass ich ihn nicht mehr finde. Ein Idee, die ich gut fand, habe ich aber behalten: Lehr-Decks, die einem helfen, neuen Spielern grundsätzliche Mechaniken zu vermitteln. Solche Decks fliegen hier schon länger rum (mono-rot und -blau), ich stelle die Decklisten nun hier mal online.

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Google macht den Diktator!

Nur ein kurzer Einwurf zur Nacht: Sollte es Jacob Zuma Sorgen machen, dass er bei der Suche nach “Zuma” nicht auf der ersten Seite erscheint – nur halbseriöse Spiele-Angebote?

Masters of Horror

Die Serie Masters of Horror vereinigt in 2 Staffeln insgesamt 26 50minütige Folgen, inszeniert u.a. von John Carpenter. Ein absoluter Tipp! Meine bisherigen Favoriten der ersten Staffel (Vorsicht, Spoiler hinter den Links):

  • #1 “Incident On and Off a Mountain Road“: Sadistisch, drastisch, überraschend. Besonders das Ende. Ein würdiger Auftakt.
  • #2 “H. P. Lovecraft’s Dreams in the Witch-House“: Böse und zynisch mit einem sehr lovecraftesken Ende.
  • #6 “Homecoming“: geniale Irakkriegs-Zombie-Satire. man achte auf den Regisseur-Friedhof gegen Ende (u.a. G.A. Romero …)
  • #8 “Cigarette Burns“: Die Folge von Carpenter. Unbedingt ansehen – ein genuss für Cineasten.
  • #10 “Sick Girl“: Lesbische Entomologin bringt den Horror über ihre Beziehung. Streckenweise lustig, streckenweise traurig. Mit obsessivem Ende. Happy End der ganz besonderen Art!
  • #11: “Pick Me Up“: Die Geschichte einer besonderen Freundschaft. Und der Beweis, dass die Straßen voller Psychopathen ist.

Mit einem Review der 2. Staffel melde ich mich dann zurück.